LL – Kapitel 4 ==> Bewohner

04-bewohner„Komm mit ich zeig dir den Rest des Hauses“. MagdaLena nahm sie wieder bei der Hand und Libellchen folgte ihr Richtung Halle. Dort angekommen hatte Libellchen das Gefühl, als würde ihr Pandora ein Luftbussi zuwerfen. Diese Blume war einfach süß. Sie mußte lächeln. Da fiel ihr wieder ein was MagdaLena vorher gesagt hatte. „Du hast gemeint die Amors fühlen sich bei uns wohl. Wer wohnt den noch hier?“

„Also Pandora hast du ja schon kennen gelernt und dann wäre da noch Puschkin.“ „Habe ich da meinen Namen gehört?“ die Frage klang wie ein angenehmes Knurren. Libellchen drehte sich ganz vorsichtig um. Vor ihr stand ein schwarzer Panther. Sein Fell glänzte als käme er direkt aus der Dusche. Er hatte einen stolzen erhabenen und doch geschmeidigen Gang. Und obwohl er ein Panther war, wirkte er nicht bedrohlich. Das Libellchen hatte keine Angst vor ihm, obwohl ihr so große Raubkatzen normalerweise nicht geheuer waren.

„Puschkin? Wie der Vodka?“ „Ja, wie der Vodka.“ Das Knurren ging Libellchen durch und durch. „Ich habe ihnen gestattet ihr Getränk nach mir zu benennen.“ „Du hast ihnen gestattet? Wie alt bist du leicht?“ das Libellchen mußte grinsen. Der war ja ur witzig, die Firma gabs schon ewig. „200 Jahre etwa, plus minus 20 Jahre. Und du?“ Da war das Libellchen sprachlos. Wie konnte ein Panther so alt werden? „Nicht alle Panther werden so alt. Aber ich bin jemand Besonderes. Und nein, ich kann deine Gedanken nicht lesen. Doch ich habe eine Gabe. Ich spüre was die Menschen fühlen. Was dem Gedankenlesen sehr nahe kommt.“ „Na dann, vielen Dank für die Beantwortung all meiner Fragen, vor allem der unausgesprochenen!“

Das Libellchen war total verwirrt. In diesem Himmelreich war so viel, was sie normalerweise erschrecken würde. Blumen die offensichtlich nicht nur das sind was man auf den ersten Blick sieht. Sprechende Panther die Gedanken erfühlen. Eine Berghexe die schon einige Jahre erlebt haben muß und keinen Tag älter als 30 aussieht. Und doch fühlte sich das Libellchen so wohl wie schon lange nicht. Sie fühlte sich geborgen. Sie wußte hier würde ihr nichts Böses passieren. Hier würde sie so akzeptiert wie sie war.

Sie gingen durch die Halle durch einen weiteren Torbogen. Puschkin wich nicht von der Seite des Libellchen. Sie hatte das Gefühl als würde er auf sie aufpassen wollen. Als sie gerade den Torbogen durchschreiten wollte, hatte sie das Gefühl sich noch mal umdrehen zu müssen. Sie sah zu Pandora und ihr war als wäre da wieder ein Winken. „Ich komme bald wieder.“ Sie wußte nicht warum sie das gesagt hatte, doch ihr war einfach danach.

Hinter dem Torbogen lag wieder der Garten. „Den Garten kenn ich doch schon. Wolltest du mir nicht sagen wer noch hier wohnt?“ „Sei nicht so ungeduldig. Im Himmelreich hat Zeit keine Bedeutung.“ MagdaLena konnte nichts aus der Ruhe bringen. „Außerdem wollte ich dir noch jemand zeigen. Er wohnt zwar nicht hier. Doch er ist ein wichtiger Teil des Himmelreich.“ In diesem Moment kam ein junger Mann um die Ecke. Er hatte einen grünen Overall an und eine Harke in der Hand. „Du wolltest mir deinen Gärtner vorstellen?“ „Er ist nicht nur mein Gärtner. Er macht viele Arbeiten für mich. Und ohne ihn wäre das Himmelreich nicht annähernd so schön, wie es ist. Er heißt übrigens Jack. Lass ihm aber ein paar Tage Zeit, bis er sich an dich gewöhnt hat. Er ist nicht so extrovertiert wie Pandora oder Puschkin.“

Als Puschkin seinen Namen hörte, knurrte er selbstzufrieden. Doch das Libellchen bemerkte es kaum, sie war zwar noch nicht lange im Himmelreich doch die vielen Eindrücke machten sie müde. Und so vielen ihr beinahe die Augen zu, als sie darüber nachdachte wie eine Blume extrovertiert sein konnte. Als MagdaLena das bemerkte nahm sie Libellchen wieder an Hand. „Ich werd dir jetzt erstmal dein Zimmer zeigen. Den Rest können wir uns auch morgen anschauen.“

© Libellchen, 2011

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