LL – Kapitel 5 ==> Zimmer

05-zimmerDas Libellchen wurde von einem Sonnenstrahl auf ihrer Nasenspitze geweckt. Sie hörte die Vögel zwitschern und erwachte mit einem guten Gefühl. Nach einer kurzen Phase der Orientierung wußte sie auch wieder wo sie war. Im Himmelreich. Ja wahrlich. Gestern war sie so schnell eingeschlafen dass sie sich ihr Zimmer gar nicht mehr angesehen hatte. Doch jetzt ließ sie ihren Blick durch den Raum schweifen, während sie sich die Augen munter rieb.

Sie lag in einem weichen Himmelbett. Alles war weich und anschmiegsam. Die Matratze fühlte sich an als wäre sie für sie gemacht worden. Direkt über ihr schwebte ein Traumfänger. Das Zimmer war in einem pastellfarbenen Fliederton gestrichen. Ein Künstler hat mit weißer Farbe ein interessantes Muster an die Wand gemalt. Es schien nicht so als würde es etwas bedeuten, doch die Linien beruhigten sie.

Das Zimmer war groß, aber nicht protzig. Sie hatte ein Bett und einen Kasten. Gegenüber von der Tür war ein großer offener Durchgang auf einen Balkon, von dort waren auch die Sonnenstrahlen gekommen, die sie geweckt hatten. Sie hatte zwar eine Tür zum Schließen auf den Gang hinaus. Doch der Durchgang auf den Balkon war offen. Und doch hörte sie außer Vogelgezwitscher keinen Laut.

Rechts neben dem Durchgang stand ein kleiner Tisch mit einem Ohrensessel und links von dem Durchgang stand ein Schreibtisch mit einem Sessel. Auf dem Schreibtisch sah sie, lag etwas. Langsam stand sie auf und ging zu dem Schreibtisch. Darauf lag ein Buch und ein Zettel:

Guten Morgen liebes Libellchen!

Ich hoffe du hast gut geschlafen. In dem Kasten findest du deine Kleidung aus dem Auto und deine Toilettartikel habe ich dir ins Badezimmer geräumt. Ich habe dir auch ein Tagebuch dagelassen, damit du deine Gedanken aufschreiben kannst, wenn du Lust dazu hast. Ich würde vorschlagen du machst dich erstmal frisch, und wenn du fertig bist, kannst du ja zum Frühstücken in den Essbereich kommen. Lass dir Zeit. Im Himmelreich gibt es keinen Streß. Bis gleich.

MagdaLena

Das Libellchen nahm das Buch in die Hand und tatsächlich es war ein Tagebuch was nur darauf wartete, ihre Gedanken aufnehmen zu dürfen. Doch zuerst wollte sie duschen. Sie sah sich um und entdeckte eine weiter Tür gleich neben dem Bett und hoffte dahinter ein Bad vorzufinden. Und tatsächlich. Und sofort ließ das Libellchen die Idee einer Dusche fallen. Sie würde ein ausgiebiges Schaumbad nehmen! Eine riesige Eckbadewanne erwartete sie. Der konnte sie einfach nicht widerstehen.

Sie ließ sich ein Schaumbad ein, suchte sich einen Vanilleduft aus den bereitgestellten Fläschchen aus und versank in den Fluten. Der Schaum umspielte ihren Körper und die Wärme durchflutete sie. Und während sie ihr Bad genoß, dachte sie über den gestrigen Tag nach. Sie war auf der Suche nach Hilfe im Himmelreich gelandet, soviel stand fest. Aber würde ihr hier auch jemand helfen können? Würde sie Ende der Woche hier weggehen und wissen was sie mit sich und ihrem Leben anfangen sollte? Sie wußte es nicht, doch sie fühlte, dass sie den Aufenthalt hier noch mehr genießen würde, als einen Thermenaufenthalt. Also was solls, es stand ihr auf jeden Fall eine erholsame Woche bevor.

Vor ihrer Tür stolzierte Puschkin vorbei und lächelte. Er verschwand über die Treppe nach unten um MadgaLena zu berichten. „Sie glaubt dass ihr eine erholsame Woche bevor steht. Doch daß du ihr helfen kannst, glaubt sie noch nicht.“ „Das macht doch nichts, du weißt, dass ich es kann, und sie wird es auch noch merken. Und auch wenn ihre Woche nicht erholsam werden wird, so wird sie doch lehrreich werden für unser kleines Libellchen. Na dann werd ich mal das Frühstück herrichten gehen, wenn sie schon munter ist.“ Sprach MadgaLena und begann vor sich hin pfeifend den Tisch zu decken.

© Libellchen, 2011

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