LL – Kapitel 25 => Festmahl

25-festmahl„Wenn du auf dich achtest und lernst dich selbst zu lieben, werden noch ganz viele Blumen dazu kommen.“ Die Berghexe wollte sie aufbauen, doch das war gar nicht nötig. Das Libellchen konnte sehen, das sie auf dem richtigen Weg war. Die einzelne Orchidee bestätigte ihr das. Ihr Ziel war natürlich ein farbenfrohes, gut duftendes Stückchen Land, doch das hatte Zeit. Ein Schritt nach dem anderen. Eine Blume nach der anderen. Das Libellchen wusste dass es Zeit war zu gehen. Sie musste sich nun wieder der Welt stellen. Das verkriechen im Himmelreich war vorüber.

„Komm. Auf uns wartet ein leckeres Abendessen.“ MagdaLena nahm sie bei der Hand und so schlenderten sie zurück zum Haus. Als sie die Halle betraten konnte sie das leckere Essen schon riechen. Sie betraten das Esszimmer, wo die anderen schon auf sie warteten. Puschkin und Jack hatten den Tisch gedeckt und das Abendessen gekocht. Auch Gottfried war da und begrüßte sie herzlich. Es waren aber auch vollkommen fremde Menschen da.

Sie wurden dem Libellchen als ehemalige Kunden von MagdaLena vorgestellt. Das Libellchen begrüßte sie artig und nahm dann neben Puschkin Platz. Den schwarzen Panther würde sie echt vermissen. „Du weißt ja, wo du mich findest und du bist hier auch jederzeit ein gern gesehener Gast. Du kannst ein richtiger Sonnenschein sein, wenn du es nur zulässt.“ Das Libellchen strahlte. Der Panther war so süß. Immer ein aufbauendes Wort auf den Lippen.

So schlemmten sie und plauderten über Gärten, Inseln, Zentren, Splits, Wahrnehmungen und Veränderungen. Es war ein reger Austausch von Menschen in unterschiedlichsten Phasen der Selbstfindung. Das Libellchen war so in das Gespräch mit wildfremden Menschen vertieft, dass ihr der Amor vor dem Fenster erst gar nicht auffiel. Doch irgendwann spürte sie die Blicke und sah auf. Da war er! Ein munterer Amor der ihr zuzwinkerte und ihr den hochgestreckten Daumen entgegen streckte.

„Was ist mit ihm? Der ist ja munter!“ „Das ist deiner, und so wie er aussieht, dürfte er zufrieden mit dir sein. Du solltest in nächster Zukunft die Augen offen halten, vielleicht trifft dich ja bald ein Pfeil.“ MagdaLena grinste sie an. „Na dann! Wobei im Moment brauch ich ihn eigentlich gar nicht. Momentan fühl ich mich mit mir selbst alleine pudelwohl.“ Das Libellchen lächelte in sich hinein. Sie hatte das wichtigste überhaupt gefunden. Ihr Selbst. Mehr brauchte sie nicht. Und wenn sie wieder mal traurig sein sollte, könnte sie ja wieder mal im Himmelreich vorbeischauen. Eine kleine Trommelsession oder ein leckeres Essen bei Menschen, einer Sonnenblume und einem Panther, die sie so akzeptierten wie sie war.

Plötzlich steckte Pandora den Kopf in den Raum und lauschte den Gesprächen. Das Libellchen war überrascht, dass sie Hoffnung spendende Sonnenblume nicht öfter besucht hatte während ihres Aufenthaltes hier. „Du hast nun Vertrauen in dich selbst, deshalb brauchst du keine Hoffnung mehr. Du weißt jetzt was du alles kannst, wenn du es nur zulässt.“ Die Worte von Puschkin trieben ihr die Tränen in die Augen.

Das merkte er natürlich und so schmiegte er sich tröstend an sie. Das Libellchen streichelte ihm den Nacken, beobachtete die Anwesenden, lauschte den Tischgesprächen und gab sich selbst das Versprechen bald wieder hier vorbei zu kommen!

© Libellchen, 2011

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