vergeben & verzeihen

Ich hatte gestern in einer Gruppe geschrieben, dass ich nichts davon halte – daraufhin hätte ich – eines Besseren belehrt – werden sollen 🙂 Ich möchte – speziell dir – hier – noch detaillierter erklären, warum das so ist – dass ich nichts davon halte:

Spür mal in nachstehende Sätze rein – welcher dich mehr anspricht

  • Bitte verzeih/vergib mir

oder

  • Es tut mir leid

Im Prinzip geht es bei beiden darum, dass manb etwas „angestellt“ hat, wofür man sich entschuldigen möchte – bzw. eben die Absolution erteilt bekommen möchte. Doch schaen wir uns die Energien beider Sätze noch etwas detaillierter an:

Bitte verzeih/vergib mir

Dieser Satz kommt aus der OpferRolle – dem gegenüber kommt – ich verzeihe dir – ich vergebe dir – aus der TäterRolle – beides auch aus dem KindIch – nicht aus der eines selbstbestimmten, für sich selbst verantwortlichen Erwachsenen.

Systemisch mache ich mich entweder kleiner – das kleine Kind, dass was angestellt hat und Mama oder Papa mit großen Augen anschaut und bittet – bitte verzeih mir – oder auch – bitte vergib mir – oder die/der huldvolle und gönnerhafte Erwachsene, der eben großmütig jemand anderen verzeiht / vergibt.

Es tut mir leid

Aus meiner Sicht – ein erwachsenes Statement, welches auch das Bedauern darüber ausdrückt, dass man getan hat, was man getan hat – und was man nicht mehr ungeschehen machen kann.

Hir stellt sich niemand drüber – oder macht sich kleiner – diese EntSchuldigung passiert auf gleicher Augenhöhe – was mich zu noch einem Wort/Satz führt:

EntSchuldigung – bitte ent.schuldige mich – ich ent.schuldige dieses oder jenes

Auch hier wieder – Opfer – KleinKind – von jemanden die Schuld nehmen – jemand soll meine Schuld von mir nehmen – da kann ich auch gleich in die Kirche laufen, um mir die Absolution zu holen. Das ist keine Eigenverantwortung – da versucht man, seine Verantwortung sogar noch auf den zu übertragen, den man etwas angetan hat.

Ja – ich weiß – unbequeme Worte – und ich hab damals, als ich mich das erste Mal mit dieser Thematik beschäftigt hatte – auch einige Zeit daran zukauen – bis ich eine für mich stimmige Lösung gefunden habe – und das kann nur sein:

Es tut mir leid

Aber wie kann ich dann mit einer Person, die mir etwas angetan hat

Frieden schliessen

wenn sie sich nie dafür entschuldigt, was sie getan hat?

Ja, es geht – in diesem speziellen Fall, der mich zu dem Blogbeitrag führte – um unsree Eltern – speziell um meine Eltern – und ihnen zu vergeben, was sie getan – oder auch nicht getan – haben. Doch lies selbst mein Statement:

Ich gestehe – ich halte nichts von Vergebung – denn damit stelle ich mich über mein Gegenüber.

Bleiben wir bei den Eltern – war auch mein Thema – es gab viele Dinge, für die ich meinen Eltern – speziell meiner Mutter – die Schuld gab – und bei mir wars sogar so, dass sich in einer Familienaufstellung gezeigt hat, dass sie keine Gefühle für mich hatte – zur Überraschung aller Anwesenden 😉 ausser mir.

Nein – ich vergebe ihr nicht – ich anerkenne, dass sie alles getan hat, was ihr möglich war – sie hatte ihr Leben – sie hatte ihre Leiden – und sie war so, wie sie war – sie hat ihr Bestes gegeben – mich zur Welt gebracht – und das mit Wäsche und Dach über dem Kopf – Punkt.

Sie hatte mich nie geliebt – sie hatte überhaupt keine Gefühle mir gegenüber – sie konnte nicht anders – sie war in ihren eigenen Dingen verstrickt.

Ich hab es trotzdem geschafft – ich hab überlebt – ich habe auch einiges erreicht in meinem Leben – trotzdem sie nicht für mich da war.

Und worauf ich wirklich stolz bin – ich habe es geschafft, dass ich meiner Tochter gegenüber nicht in den Mustern meiner Mutter gefangen geblieben bin.

Ja, wir waren auf einem ähnlichen Weg – ich konnte keine mütterliche Liebe zeigen, weil ich nicht wusste, wie sich so etwas anfühlt – bis zu einer Aufstellung, wo ich als liebevolle Mutter stand – und da machte es – klick – das will ich auch.

Ab dem Zeitpunkt habe ich einen Weg zurück zu meiner Tochter gesucht und gefunden – wir haben uns ausgesprochen – und sind mittlerweile ein Herz und eine Seele – trotzdem wir einige Jahre absolut keinen Kontakt hatten.

Daraufhin wurde mir gesagt, dass ich mich dadurch selbst strafe und mir und meinem Körper schade – und keinen Frieden finden werde – und keine Liebe – und und und ……

Nein – tu ich nicht – ist es nicht – ich hatte ja auch kommunizieirt:

….. – ich vergebe ihr nicht – ich anerkenne, dass sie alles getan hat, was ihr möglich war – sie hatte ihr Leben – sie hatte ihre Leiden – und sie war so, wie sie war – sie hat ihr Bestes gegeben – mich zur Welt gebracht – …..

Ich anerkenne – und ich bin dafür dankbar – dass sie alles getan hat, was ihr möglich war.

Und das ist meine tiefste Überzeugung – es steht mir nicht zu, meiner Mutter huldvoll zu vergeben, dass sie mich nicht geliebt hat – es würde an den Tatsachen auch nichts mehr ändern. Ich sehe sie – als den Menschen, der sie war – und nicht als meine potentielle Erlöserin, der ich vergebe, dass sie nicht das war, was ich gebraucht hätte.

Vielleicht sollte ich noch dazu schreiben, dass ich auch davon überzeugt bin, dass sich meine Seele – wie jede andere – ihre große Lernerfahrung aussuchte, bevor sie als Mensch auf dieser unserer Mutter Erde geboren wurde/wird.

Und dass aufgrund der – selbst – ausgewählten Lernerfahrung – dann auch die entsprechenden passenden Eltern – und das dafür geeignetste Umfeld – ausgewählt wird – bevor ich – und jede andere Seele – neu inkarniert.

Von daher – meine Vollverantwortung beginnt nicht jetzt – sondern begann schon – bevor ich geboren wurde – und wenn wer Schuld daran ist, was mir passierte – dann bin das ich – bzw. meine unsterbliche weise Seele – die mir die Möglichkeit bietet, etwas – nein, genau das – zu lernen, wofür ich in dieses Leben kam.

Also wem sollte ich was vergeben – ausser vielleicht mir selbst. Da ich mich – bzw. meine unsterbliche weise Seele – aber nicht für ein kleines Dummie halte, bin ich auch davon überzeugt, das mir nichts passieren wird, was ich nicht aushalten kann.

Ohne diese meine leiblichen Eltern wäre ich nicht geboren worden – und ohne diese meine leiblichen Eltern wäre ich nicht zu genau dem Menschen geworden, der ich bin – hätte ich nicht die Stärke und Ausdauer erleben dürfen, die ich bisher erlebt habe – und die mich immer und immer wieder weiter bringt.

Ich brauche auch meinen Exen nichts vergeben – oder all den FreundInnen, die mich verraten haben – sie halfen mir, etwas zu erkennen, was ich ohne sie nicht erkannt hätte – sie zeigten mir – meine – Muster auf.

Wie im Innen = so im Aussen – oder, wie Katl immer sagt – Inside first.

Alles, was mir im Aussen widerfährt zeigt mir Dinge auf, die in meinem Inneren noch unbewusst herum lungern – um mir die Chance zu geben, sie zu erkennen – sie an zu nehmen – sie zu ver.ändern.

Dafür muss ich niemanden etwas vergeben – ganz im Gegenteil – ich darf jedem einzelnen Menchen in meinem Leben dankbar dafür sein, dass sie/er so ist, wie sie/er ist – ansonsten könnte ich nichts von ihr/ihm lernen – über mich.

Ich will nicht behaupten, dass es so ist, wie es ist – es ist MEINE Überzegung – und sie fühlt sich – für mich – stimmig und richtig an – und es hat auch einiges in mir bewirkt – sich zum Guten gewendet – und einem echten Frieden in mir Platz geschaffen.

Fals du jetzt in ganz großen Wiederstand gehst – lies es einfach nochmals – möglicherweise triggert es etwas in dir, was dir letztendlich weiter helfen kann. Ich habe immer dann am meisten gelernt, wenn ich irgendwelche körperliche ReAktionen hatte auf unterschiedlichste Situationen.

Beitragsbild von falco auf Pixabay

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