Vor- und Nachteile von C-Zielen

Du erinnerst dich?

C-Ziele sind jene, die kurz mal ein flaues Gefühl in der Magengegend verursachen können – weil sie einfach soooo groß sind, dass wir jetzt noch nicht ahnen, wie wir sie realisieren sollten.

  • sie spornen uns an
  • sie sind etwas, wofür es sich zu leben lohnt
  • sie sind etwas, wofür es sich lohnt, Alles zu geben
  • sie sind unsere Motivation, wenns mal nicht so läuft

Also das sind jetzt mal die großen Vorteile – sobald wir ein solches C-Ziel definiert haben.

Der große Nachteil – wenn wir uns ein C-Ziel für einen bestimmten Zeitpunkt festlegen – und zu dem Zeitpunkt dann noch Welten davon entfermt sind, kann es sich als eher kontraproduktiv erweisen.

Es gibt noch einen ganz wichtigen Punkt, um C-Ziele auch wirklich erreichen zu können – oder – irgendwann – in ihre Nähe zu kommen – wir müssen es uns auch vorstellen können, dass wir es wirklich erreichen können – und wollen.

Nehmen wir zum Beispiel mal an, ich würde mir als C-Ziel setzen – in einem Jahr Milliardärin.

Das wäre – in meinem Fall – genauso, wie wenn ich mich vor den Spiegel stelle und sage – ich bin schlank.

In beiden Fällen sitzt irgendwo mein Freund KU – und lacht sich scheckig.

Wobei es – in meinem Fall – da immer auch noch eine Frage gibt – wozu sollte ich das wollen?

Wozu sollte ich Milliardärin werden wollen? Was hätte ich dann, was ich jetzt noch nicht habe – und was mir zu meinem Lebensglück noch fehlen könnte? Ich glaube, das ist auch die große Krux von vielen Menschen, dass sie glauben, wenn sie MillionärIn oder MilliardärIn werden könnten, dass sie dann glücklich wären.

Meiner Meinung nach gehts immer nur darum, was macht mich glücklich?

Wenn mich das, was ich bereits – erreicht – habe, glücklich macht – warum sollte ich mehr wollen?

Meine ganz persönliche Schlussfolgerung daraus – ich sollte versuchen, glücklich zu sein mit dem, was ich schon habe – dann ist der Rest etwas, was ganz von allein kommen wird – und auch kommt.

Ein anderes Thema, warum es bei vielen Menschen nicht klappt, dass sie ihre grossen Ziele erreichen ist, dass sie es zu verbissen haben wollen – glauben, es unbedingt erreichen zu müssen, um glücklich werden zu können – dabei könnten sie einfach jetzt schon glücklich sein, wenn sie das zu schätzen wüssten, was sie haben.

Wenns um Partnerschaften und Familie geht, mit dem jemand unzufrieden ist – dann wirds auch mit einer Million – und auch nicht mit einer Millarde funktionieren.

Viele Menschen verstehen nicht, wie ich es 3x tun konnte, jemanden zu heiraten – ich frage mich viel öfter, wie es Menschen nicht tun können, sich zu trennen, wenn sie so heftig unglücklich sind, mit dem, was sie haben – und was sie leben. Ja, ich bin milieugeschädigt, habe ich doch jahrzehntelang den Kampf meiner Eltern miterleben „dürfen“ – die einfach ewig unglücklich waren – mit einander – mit der Situation – mit allem.

Auch ich habe keine meiner Ehen einfach so beendet – sondern immer wieder und weiter versucht, nochmal was zu retten – aber letztendlich gab es in jeder meiner 3 Ehen einen Punkt, an dem ich sagte – bis hier her – und keinen Schritt weiter. Aber da kommt auch noch ein anderes Thema dazu – viele haben es nie gelernt, alleine zu leben. Das ist uns letztens in einem Gespräch so richtig bewusst geworden – grad jetzt – in Zeiten wie diesen – mit Ausgangsbeschränkungen und allem drum und dran.

Mein einziges Thema war, dass ich nicht einfach Essen gehen konnte, wenn ich wollte, sondern erst wieder, seit die Restaurants neu geöffnet haben. Nein, ich geh jetzt nicht jeden Tag, weil ich das auch gar nicht möchte – sondern ich gehe, wenn ich echt Lust drauf habe – aber jetzt „darf“ ich wieder – und das ist – für mich – einfach ein ganz anderes Feeling.

Aber ich habe – alleine zu Hause – nichts vermisst – ganz im Gegenteil – oder – wie es einer meiner HerzensMenschen letztens so treffend beschrieben hat – also nicht ganz wortwörtlich, aber sinngemäß – „Ich war die ersten Wochen einfach nur glücklich, nirgends hingehen zu müssen – niemand rief an und wollte irgendwas, ich konnte endlich mal wirklich nur das tun, was ich wollte – ohne schlechtes Gewissen zu haben, jemanden eine Bitte abschlagen zu müssen.“

Mir geht es eigentlich immer so – ich bin einfach nur zufreiden und glücklich in meinem HexenKnusperHäuschen – ab und zu will ich raus und unter Menschen – das darf ich jetzt wieder – mit knuddeln isses noch nicht ganz wieder so, wie ichs mir wünsche – aber ist auch nur eine Frage der Zeit – aber auch da respektiere ich die momentane weiter aufrecht erhaltene körperliche Distanz zu einigen meiner Liebsten.

Zurück zu den C-Zielen:

Ja, ich habe auch ein C-Ziel formuliert – einfach, weil ich in einem Programm mit mache, wo es auch darum geht – aber es ist nicht nur gleich.gültig, sondern schlichtweg egal, ob ich es je erreiche – ich brauche es nicht unbedingt – würd mich zwar darüber freuen, wenn es klappt, aber ich reiß mir jetzt sicher nix aus, um es unbedingt erreichen zu müssen.

Und alle meine grossen Erfolge habe ich bisher genau so erreicht:

  • Ich wollte jahrelang unbedingt ein eigenes Haus – in all den 14 Jahren meiner 2. Ehe – und errst, als ichs eigentlich spaßhalber formulierte, dass uns – damals – nächstes Jahr unser Haus findet – tat es das auch – und ich konnte es bei der Scheidung auch übernehmen und behalten – und mittlerweile ist auch der Kredit abbezahlt und die Bank aus dem GrundBuch draussen – es gehört jetzt also wirklich mir.
  • Ich hatte vor Jahren den funkelnigelnagelneuen Volvo S60 gesehen – und mich in ihn verliebt – ja, ins Auto – Jahre später wollte ich mir ein neues Auto leisten – dachte an meinen damaligen S40 – und bestellte einfach das falsche – seither ist mein Bärli etwas, was immer wieder aufs Neue mein Herz erfreut, wenn ich es sehe – und ich parke meist auch so, dass ichs vom Fenster aus sehen kann, damit ich mich immer und immer wieder aufs Neue darüber freue.

Keine Ahnung, ob ichs rüber bringen konnte, worums mir ging – alles hat Vor- und Nachteile – manches setzt uns unter Druck und macht uns Stress – und andere Dinge bringen uns vielleicht sogar dazu, an uns noch mehr zu zweifeln als es vorher schon war.

Mal sehen, wann ich es schaffe, das Buch zu schreiben mit dem Titel – Ziel.los glücklicher? – weil es eben auch so ist, dass nicht jeder Mensch dazu geboren ist, sich Ziele zu setzen – und diese auch zu erreichen – aber dazu mehr an anderer Stelle.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s