Mein Wort zum Sonntag

Eins möchte ich voraus schicken – ich weiß, dass ich durch Anprangern von MißStänden nichts ver.ändern kann – aber manchmal erreiche ich dadurch doch auch die Eine oder den Anderen – nicht immer – aber immer öfter – nicht Alle – aber doch ab und zu mal Jemanden.

Mein 2. Statement ist – ich gehe grundsätzlich davon aus, dass jeder erwachsene – und psychisch und physisch gesunde – Mensch – für sich und sein Leben selbst veranwortlich ist – nichts desto trotz sind BeraterInnen und Coaches – ja, auch ich – dazu verpflichtet, auf den Zustand ihres/seiner Gegenübers Rücksicht zu nehmen.

Oftmals wird ja gepredigt, wenn ich auf jemand anderen Rücksicht nehme, dann behindere ich sie/ihn in ihrer/seiner EntWicklung – weil nur durch die Herausforderung kann sie/er wachsen und zur ge(n)i(a)lsten Version ihrer oder seiner Selbst werden.

Auch hier – ein eindeutiges = JEIN

  • Ja, wenn dieser Mensch wirklich psychisch und physisch gesund ist und gelernt hat, sein Leben selbst und eigenverantwortlich zu gestalten
  • Nein, wenn offensichtlich ist, dass es Beeinträchtigungen gibt, die bisher nur noch nicht festgestellt wurden.

Was ich damit meine?

Ich hatte immer wieder mit Menschen zu tun, die unter den Begriff – mit besonderen Bedürfnissen – fielen – manche wussten es schon – hatten es schriftlich als %-Satz des Grades der Behinderung – andere dachten, sie seinen „ganz normal“ – hatte ich schon beschrieben in den Beiträgen

Menschen mit besonderen Bedürfnissen

bzw. im anderen Blog:

Mindestmaß an Grundintelligenz

Ich wage mich noch weiter aufs glatte Parkett – oftmals liegt es an einem Elternteil, der verhindert, dass eine Beeinträchtigung als solche erkannt wird – oder auch – ein Kind hat schon eine Einstufung von zum Beispiel 50 % Behinderung – aber der Vater weigert sich trotzdem, dies zu akzeptieren, weil sein kleines Mädchen ist ja ganz normal und muss die gleichen Chancen im Leben bekommen, wie jedes andere Kind – oder eben das Beispiel aus dem privaten Blog – Mutter weigert sich, die Beeinträchtigung ihres Sohnes zu akzeptieren.

Ja – auch das ist mir in langen Jahren aufgefallen – oftmals ist es der gegengeschlechtliche Elternteil, der quasi „dicht macht“.

Noch ein reales Beispiel – Vater = selbständiger Unternehmer und Tochter hat eine psychische Beeinträchtigung, die auch offensichtlich und vom Bundessozialamt mit 50 % bestätigt ist.

Er geht davon aus, dass ich unfähig sei, weil ich es nicht schaffe, seinem Mädchen einen gscheiten Büprojob zu besorgen (du erinnerts dich an den „Hans guck in die Luft“) – erst, als ich ihm vorschlage, sie 2 Monate kostenlos als Praktikantin in seinem Büro auf zu nehmen – also sie bekommt weiter Geld und ist versichert – er braucht nichts bezahlen – und wenn er sie übernimmt, bekommt er sogar eine Förderung – kam spontan – „das geht nicht, das schafft sie nicht“.

Zumindest hatte er damals begonnen, darüber nach zu denken, warum sie in einem anderen Büro etwas schaffen können sollte, was sie bei ihm nicht könnte – gab dann noch einige kleinere Diskussionen, bis er sich der Realtität stellte – aber danach dachte er zumindest nach, sie in einem geschützten Bereich das machen zu lassen, was ihren Bedürfnisen entspricht  und nicht weiter darauf zu bestehen, dass sie „ganz normal“ arbeiten könnte.

Also wenn schon eine bestätigte Beeinträchtigung vorliegt, dann sollte man auch als Elternteil darüber nachdenken, dieses spezielle Kind speziell zu fördern und zu unterstützen. Wobei auch behinderte Menschen zu Unvorstellbarem fähig sein können, gabs im ersten verlinkten Beitrag – allerdings nur, wenn sie von klein auf gefördert wurden.

Und noch eines kommt hinzu – wenn sie eben nicht von klein auf verhätschelt – und manchmal sogar erst recht vertrottelt wurden – und ja, mir fiel dazu jetzt kein netterer Begriff ein. Auch das kenne ich zur Genüge – die verwöhnten Gören, die von (meist Stief)Papas aufs Töpfchen gehoben werden – und ihnen auch noch mit 19 danach der Popo ausgewischt wird, weil sie ja „etwas Besonderes“ seien.

Sie können es genauso wenig lernen, jemals allein und selbstbestimmt zu überleben – von daher sollten sie auch nicht ungeschützt auf die Menschheit losgelassen werden – wobei dieses „ungeschützt“ in beide Richtungen gemeint ist.

Was kann ich ändern?

Nichts mehr – ich habe jahrelang genau mit dieser Thematik gearbeitet – mich um jene gekümmert, die Probleme hatten – geschaut, dass sie bestmöglich versorgt wurden – aber ich kann nicht zaubern – wenn sich die Eltern und/oder Erziehungberechtigten quer stellen, kann auch ich nichts tun. Aber ich kann eiterhin drauf hin weisen, dass genau jenen geholfen wird – dass sie unterstützt werden, sich selbst zu verwirklichen – indem sie in entsprechenden Bereichen beschäftigt werden, die ihren Fähigkeiten entspricht.

Nachdem es in leichteren Fällen oftmals um autistische Züge geht – hier mal wieder der Hinweis auf eine Institution, die ich im Zuge meines letzten unselbständigen Jobs kennen lernte

==> Specialisterne

Beitragsbild von makeitclear auf Pixabay


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