Die Angst vor Ämtern und Behörden

Letztens ist es mir mal wieder so heftig aufgefallen – wie viele Menschen Angst vor Ämtern und Behörden haben – sei es das Finanzamt – oder das AMS – oder auch nur die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister – oder die Gemeinde an sich.

Ich predige ja schon seit Jahren

Wie wir in den Wald rein rufen,
so schallt es zurück

Hab das auch immer den TeilnehmerInnen bei AMS UmschulungsMaßnahmen gepredigt – und versucht, ihnen zu erklären – wenn sie ihrer Betreuerin oder ihrem Betreuer mit dem Allerwertesten ins Gesicht springen, sollten sie sich nicht wundern, wenn das Echo ähnlich unfreundlich ist.

Ich kam mit meinen Betreuerinnen – fast – immer gut aus – naja, die eine stellte mal die falsche Frage – nach meiner Antwort mochte sie mich nicht mehr und gab mich ab – aber eigentlich war das auch ihr Problem – und nicht meins.

Aber auch damals war ich nicht unfreundlich – ich hab allerdings meinen Kanal 44-26 NICHT unterdrückt – muss ich auch zugeben 😉

Ich war ja 15 Jahre selbstständig – zuerst als EDV-Trainerin fürs bfi – da zuerst in Wien, dann im Burgenland – und ab 2000 dann hauptsächlich im WIFI NÖ – großteils auch in AMS Maßnahmen.

2008 kam dann die Weisung vom AMS raus, dass TrainerInnen in UmschulungsMaßnahmen nicht mehr selbstständig sein durften, sondern bei den SchulungsInstituten angestellt sein sollen – oder müssen – was auch immer – und von gleich auf jetzt gabs beim WIFI keine derartigen Maßnahmen mehr – das war auch die Zeit, wo ich mir dann wieder einen unselbständigen Job suchte.

Und dann war ich zwischen den jeweils befristeten TrainerInnenTätigkeiten immer wieder mal arbeitssuchend gemeldet – und 2012 oder 2013 schickten sie mich auf eine InfoVeranstaltung – und danach durfte ich aufs AMS – und dann fragte mich meine Betreuerin allen Ernstes:

„Was halten sie von der Maßnahme?“

Ich schaute sie groß an und stellte eine Gegenfrage – „Ist das jetzt ihr Ernst, dass sie mich das fragen?“

Sie war verdutzt – und ich erklärte es ihr:

„Ich unterrichte seit 1998 in AMS Umschulungen – EDV – speziell Office – und BewerbungsTraining – und BerufsOrientierung – aber auch in VerkaufTrainings und VorbereitungsKursen zur Lehrabschlußprüfung im Handel – (das waren damals an die 15 Jahre) – und jetzt schickt ihr mich auf genau so einen Kurs – als Teilnehmerin?

Worüber sollte ich jetzt nachdenken?

Darüber, wie unfähig ich offensichtlich die letzten Jahre war, da ichs jetzt anscheinend endlich lernen soll?

Oder

Wie sinnvoll es ist, mich auf einen Kurs zu schicken, dessen Inhalte ich jetzt fast 15 Jahre unterrichtete?“

Sie begann zu stottern und meinte – sie habe aber keinen anderen Kurs – und ich erklärte ihr, ich kenne ja auch die Vorgaben bezüglich LangzeitArbeitsLose – und wie sie verhindert werden – und ich hatte ja auch nicht gesagt, dass ich nicht hin gehe und mich brav verhalte – ich will nur nicht über die Sinnhaftigkeit der Aktion nachdenken müssen.

Ich hab dann übrigens große Teile des Kurses übernommen, weil der Trainer war ein langjähriger Kollege, der in Ruhe seine Aufzeichnungen machte, während er mir ein Thema vorgab, über welches ich mit den anderen TeilnehmerInnen diskutierte 😉

Das war das einzige nicht ganz so positive Erlebnis mit öffentlichen Stellen – beim nächsten Kurs, auf den ich gehen „durfte“, planten die TrainerInnen die EinzelCoachings so, dass die Kollegin „meines“ Betreuers keinen Termin hatte, wenn ich da war – und wir immer nette DreierGespräche führten.

Bei dem Kurs hab ich dann übrigens auch beschlossen – das nächste Mal steh ich wieder vorne – und 3 Monate später hatte ich den nächsten Job.

Mein letztes Erlebnis mit dem AMS war, dass ich bei einem der 3-monatigen Kontrolltermine einen Job vorgelegt bekam, wo ich meinte – das kann ich nicht – das halte ich nervlich nicht aus – Vollzeit sozialpädagogische Betreuung von Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen.

Daraufhin meinte sie – ich hab da noch etwas anderes bekommen – warten sie, ich suchs mal raus – das war an einem Donnerstag – am Montag darauf hatte ich mein VorstellungsGespräch und es war dann auch gleich klar, dass ich den Job hatte – nein – eigentlich die Jobs.

Es waren zwar trotzdem 10 Stunden SozPäd – aber auch 15 Stunden StandortKoordinatorin und 15 Stunden meine eigene Sekretärin – von daher – wieder Vollzeit – aber alles im gleichen Projekt – es war einfach ein Traum – und das mit 55 Jahren.

Doch warum kam ich überhaupt auf das Thema?

Geichzeitig mit meinem letzten unselbständigen Job hatte ich auch einen NebenJob, wo mein direkter Vorgesetzter nachhaltige Probs mit Ämter und Behörden hatte – und ich habs nie verstanden.

In meiner Selbstständigkeit hatte mein LetztEx ja einen Verlag gegründet – ist ja relativ easy, wenn man(n) jemanden zu Hause hat, die sich um das ganze DrumHerum kümmert – also von Buchhaltung angefangen – über eben auch Ämter und Behörden und Zölle und und und.

In der Zeit legten wir Waren in ein KonsignationsLager in Deutschland – und da meinte dann mein Sachbearbeiter am FinanzAmt – ich solle die FachBereichsLeiterin anrufen, weil das genau ihr Thema sei – also von wegen „reverse charge“ – und überhaupt und ausserdem.

Und da ich heuer im September das erste mal Provision von Digistore24 bekam – hab ich jetzt – bei der QuartalsAbrechnung – nach ca. 13 Jahren – nicht mehr genau gewusst, was ich da dann wo und wie und überhaupt melden muss.

Also rief ich meine neue Sachbearbeiterin am Finanzamt an – und die verwies mich auf die FachBereichsLeiterin – und es war die gleiche, mit der ich auch damals telefonierte – und da sie die nicht auswendig wusste, wie die KennZahlen im System heissen, rief sie mich innerhalb von nicht mal 10 Minuten zurück und sagte mir alles genau durch, was ich wo eintragen müsse – und keine weiteren 10 Minuten später war alles erledigt und gemeldet.

Da musste ich dann eben wieder daran denken, wie blöd doch das Amt sei – und die BetreuerInnen – und was die Alles wollen – nichts wollen sie – nichts, was nicht selbstverständlich sein sollte – sie wollen genauso mit Respekt behandelt werden wie alle anderen Menschen.

Oder auch die Polizei – ich hatte vor einigen Jahren – dürfte 2011 gewesen sein – 2 Unfälle innerhalb von 3 Monaten – beim ersten hatte ich nen leichten Schock, da haben sie sich um Alles gekümmert – beim zweiten machten sie nen AlkoTest, weil der Unfall genau vorm ZeltFest passierte – aber mit 0,00 war auch das kein Thema.

Und auch, als ich 2018 die Anklage von der Western Union bekam, wegen Verdacht auf GeldWäsche, waren sie immer freundlich – und auch, als mich ein Wiener RechtsAnwalt verklagte, weil ich angeblich eine Rechnung von Klarna nicht bezahlt hätte.

Klar gibts auch in all den erwähnten Ämtern und Behören ein paar weniger freundliche Menschen – aber die gibt es überall – die sind dort jetzt nicht häufiger an zu treffen wie überall anders.

Von daher – wenn ich dort ängstlich – oder überheblich und fordernd – oder wütend – hin komme – oder anrufe – dann sind sie alle eher weniger freundlich, als wenn ich nett und freundlich bin und sie um Hilfe bitte – und das hat nichts mit Manipulation zu tun – ist einfach normale Höflichkeit und xunder MenschenVerstand.

BeitragsBild von mohamed Hassan auf Pixabay


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