PensionsSchock? – Nein danke!

Wir hatten gestern (aus Sicht der Veröffentlichung dieses Beitrags = vorige Woche) unser 45 jähriges MaturaTreffen und seither geistert eine neue Idee in meinem Kopf rum – warum mich nicht auf genau jene spezialisieren, die grad in meinem Alter sind – bzw. etwas jünger – so ca. ein Jahrzehnt oder so – also jene, die noch vor ihrer Pensionierung oder Rente stehen?

Warum nicht genau die unterstützen, die teilweise panische Angst davor haben, was sein wird, wenn da kein Job mehr ist? Ich erinnerte mich an eine Situation – anno dazumal 2008 – naja, eigentlich an zwei.

Das Erste, was mir beim heim fahren in den Sinn kam war der Besuch bei meiner Jugendliebe – in dessen Büro – kurz bevor er in Pension ging. Ich kannte ihn schon seit meiner Jugend – und hatte mich irgendwie damals in ihn verliebt, als er meinem Vater besuchte – er war 14 Jahre älter als ich.

Später traf ich ihn wieder und wir hatten viele anregende Gespräche – obwohl nie wirklich „etwas passierte“ zwischen uns – und als ich dann eben aus meiner alten Heimat weg gezogen war, besuchte ich ihn offiziell nochmals, um mich quasi zu verabschieden – also ich für mich, weil ich sicher nicht mehr so oft dorthin zurück kommen wollte.

Und als ich ihn sah war mein erster Gedanke – hoffentlich überlebt er das – und ich meinte dann auch irgendwann im Gespräch – „Bitte pass auf auf dich“ – woraufhin er mich anschaute und meinte – „Wer hat dir das jetzt wieder verraten?“ – natürlich niemand – brauchte es auch nicht, ich wusste es einfach, dass es ihm nicht gut ging – und dass das Thema Pensionsschock im Raum stand.

Ich hab ihn noch einmal wieder gesehen – beim 60er meines Bruders, der 11 Jahre älter war als ich – und er sah nicht wirklich besser aus als bei diesem Gespräch, welches grad mal n paar Jährchen zurück lag – und das war dann auch das letzte Mal, dass ich ihn sah – kurz darauf verstarb er.

Und auch meinen Bruder ereilte das gleiche Schicksal – kaum ein Jahr zu Hause, wurde er ins Spital eingeliefert – und verließ es nicht mehr – doch – er wurde in ein anderes überstellt, wo er dann verstarb – Diagnose innerlich selbst vergiftet.

Das Thema war, dass er mit seiner Zeit nichts mehr anzufangen wusste – während seines beruflichen Lebens war er ganzen Tag im Job gefordert – am Wochenende engagierte er sich in einigen Vereinen – und dann war er auf einmal allein zu Hause – all seine Freunde arbeiteten noch – also kochte er – und aß – und rauchte – und letztendlich konnte das Zwerchfell seine Aufgabe nicht mehr erledigen, weil er in diesem Jahr eben absolutes Schindluder mit seinem Körper trieb.

Wir hatten noch ein paar schöne Stunden gemeinsam – ich besuchte ihn mehrmals wöchentlich im Spital – und wollte auch in das kommen, wo er hin überstellt wurde, als mich die Nachricht von seinem Tod ereilte. Das war dann letztendlich auch der Auslöser meiner dritten Scheidung – nicht, dass er starb – sondern wie mein damaliger Mann darauf re.agierte, dass es mir damit nicht gut ging.

Und gestern hatten wir unser 45jähriges Maturajubiläum – die meisten sind schon in Pension – 3 stehen noch davor – wobei bei einem weiß ich, dass er jetzt durch die ganzen Lockdowns schon sehr gut vorbereitet ist auf diese doch nachhaltige VerÄnderung – und 2 sah ich gestern dann – nach langer Zeit wieder.

Einer ist weiterhin der präpotente Macho der mal wieder nen ätzenden Spruch von sich geben musste – ok – der hat ne psychologisch geschulte Frau zu Hause, die wird sich um ihn kümmern – oder auch nicht – ich mag keine Menschen, die glauben, irgendwas besseres zu sein als die anderen – von daher kümmert mich sein Schicksal nicht – auch nicht, wenn wir uns schon 50 Jahre kennen.

Ja – er erwähnte mehrmal, dass er sich weigert, ins HomeOffice zu gehen, weil ihm da immer fad ist – wird sicher nicht besser, wenn er in Pension ist – aber – wie grad schon erwähnt – ist sein Problem, dass er lösen kann – oder auch nicht 😉

Der andere saß „zufällig“ neben mir – und ich erinnerte mich an dieses eine Gespräch damals, als ich meiner Jugendliebe sagte – „Pass auf auf dich“. Wir hatten nie wirklich mit einander gesprochen – also nicht auf diese persönliche Art, wie es mit manchen anderen der damaligen Truppe immer wieder mal vorgekommen war.

Aber gestern wars anders – und ich hatte das Bedürfnis, für ihn da zu sein, wenn er es mag – ihm hab ich das gestern nicht gesagt – aber ich hab ihm heut früh ein eMail geschrieben, dass er sich jederzeit melden kann, wenn er wen zum Reden braucht.

Damals – bei meiner Jugendliebe – hatte ich meine Untertützung nicht angeboten – und es lange bereut – diesmal wollte ich es nicht noch mal versäumen, für jemanden da zu sein, der möglicherweise demnächst jemanden brauchen kann, der fallweise ein offenes Ohr für ihn hat.

Und es lieferte mir auch mal wieder eine Steilvorlage für eine echt spitze zusätzliche Nische 😉

Ich hatte diesen Beitrag vor genau einer Woche geschrieben – was draus geworden ist?

Sieh selbst ==> hier klicken – wobei es das eBook noch nicht gibt – aber wer mag, kann sich schon mal eintragen – und bekommt den Link zum Download dann, sobalds fertig ist – wird spätestens Ende März der Fall sein – falls du auf der Seite noch irgendwelche Fehler entdeckst – einfach rückmelden – hier oder wo auch immer – ich bin noch am basteln 😉

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