HeilProzesse im duftenden Schaumbad

Ich hatte letztens bei einem Video von Kai Frasunkiewicz – in Bezug zu alleingeborener Zwilling oder auch Mehrling – kommentiert

Also ich liebe Badewanne – aber nicht unbedingt was, wo das Wasser kalt ist – wie Meer oder See oder so 😉 Ich wills so kuschelig wie damals

Und dadurch kam mir dann noch eine Idee – bzw. wurde mir etwas so richtig bewusst 😉

Ich hatte schon in meine ersten Buch – anno dazumal, 2006 – in dem über die systemischen Verstrickungen – und den Möglichkeiten zu deren Lösung – ein Lösungsritual beschrieben, welches im duftenden Schaumbad statt finden kann – und seither gab es noch zahlreiche weitere.

Also ich hab nicht nur immer wieder vorgeschlagen, Rituale und Heilungsübungen in duftendem warmen Schaumbad zu machen – sondern ich hab viele „meiner“ Themen auch auf die Art gelöst.

Und als ich Gürtelrose hatte – und zwei Monte nicht baden durfte, war das fast tragischer für mich als es die Schmerzen waren, die ich hatte. Auch das eine Jahr nur mit Dusche in der Mietwohnung Anfang dieses Jahrtausends war für mich eine Qual – ich liege nun mal gerne im Schaumbad und baumle mit der Seele.

Für mich war es schon immer (m)ein Rückzugsort, an dem ich mich auch geborgen fühlte – und daher wollte ich dabei auch nicht gestört werden. Bei meinen Eltern waren Bad und WC in einem Raum. d.h., wenn wer auf die Toilette musste, während ich in der Badewanne lag, war das immer voll unangenehm für mich.

Jetzt im Haus ist es wieder in einem Raum – und ich bemühte mich immer, meine Badewanne zu geniessen, wenn mein Mann damals nicht zu Hause war – weil ich einfach ungestört sein wollte – und seit ich alleine lebe ist es sowieso kein Thema mehr.

Doch kommen wir zu einigen der wichtigsten Rituale – zumindest meines Lebens. Das erste, welches ich auch im Buch beschrieben habe, war das in Bezug auf die unterbrochene Hinbewegung aus systemischer Sicht.

Dabei geht es darum, dass ein Elternteil in den ersten Lebensjahren – für einen längeren Zeitraum – nicht „verfügbar“ war – und daher das Kind gelernt hat, dass es quasi ins Leere läuft, wenn es Liebe bräuchte.

Ich hab es damals so gelöst, dass ich mich in warmes duftendes Schaumbad legte – mir vorstellte, dass meine Mutter neben der Wanne stand – und sie inständig bat – „bitte nimm mich in den Arm und halt mich fest“ – und mich dann von der Wärme tragen ließ – und mir eben vorstellte, dass sie es tun würde – und es floßen viele Tränen – die auch einiges lösten.

Das zweite meiner ganz persönlichen Rituale war eigentlich der Anfang vom Endes meiner letzten Ehe – das war die Zeit als mein älterer Stiefbruder starb, zu dem ich in den Wochen zuvor endlich wieder eine Beziehung aufgebaut hatte – und als ichs erfuhr, sassen mein Mann und ich mit einem „seiner“ Autoren beim Frühstück in einem Cafe.

Also es war klirrkalt – und ich ging raus, um zu telefonieren, weil es im Lokal zu laut war – und ich kam zurück mit Tränen in den Augen – und mein Mann re.agierte unwirsch, weil ich mich so aufführte – im Prinzip war in dem Moment klar, dass es das jetzt war.

In der Zeit war dann auch die Action, wo ich einen Nervenzusammenbruch hatte – er sich umdrehte – und am TV irgend ein Computerspiel spielte. Wobei, der erste Anlaß war, als ich im Spital lag – für einen eher kleineren Eingriff – und er meinte, er würde wegen der 2 Tage jetzt nicht extra runter fahren – was ich voll verstand.

Als er mir dann aber erzüählte, dass er in Wien war – und mit dem Zug von Neunkirchen weg gefahren war – wo ich im Spital lag – da hats eigentlich begonnen – weil er musste 2x beim Spital vorbei – einmal beim hinfahren zum Bahnhof – und dann auch beim wieder heim fahren – und ich war damals seit 7 Jahren mit ihm zusammen – seit 6 Jahren seine Ehefrau – und ich lag im Spital – und er fand es nicht der Mühe wert, ein paar Minuten zu mir zu kommen, um zu sehen, wie es mir geht.

Wie auch immer – hier solls um die Badewannenrituale gehen – und nach dem Tod meines Bruders legte ich mich auch mal wieder ins duftende Schaumbad und bat meine beiden verstorbenen Brüder, mir ein Zeichen zu geben, dass sie für mich da sind, wenn ich mich mal wieder so allein gelassen fühle.

Und ja – ich fühlte sie – beide – wobei – ich fühlte zwei – aber es war irgendwie eigenartig – nicht wirklich so vertraut, als ichs mir vorgestellt hatte – also schon vertraut – aber nicht so bekannt vertraut – und rückblickend betrachtet würde ich fast sagen, es waren nicht die beiden – sondern meine beiden Zwillingsbrüder, die ich vor der Geburt verloren hatte.

Seit ich mich mit dem Thema – alleingeborener Zwilling oder Mehrling – beschäftige, habe ich dieses Ritual schon mehrmals wiederholt – und es ist immer wieder genau diese Art von Vertrautheit wie damals – und es ist einfach nur schön, die Wärme und Geborgenheit zu spüren, die ich im realen Leben eigentlich nicht kenne.

Nein – mir gehts mit diesem Beitrag nicht um Mitleid – oder irgend etwas in der Art – mir geht es darum, auf zu zeigen, dass man sich auch mit kleinen und alltäglichen Mitteln ein Wohlfühlklima schaffen kann – auch, wenn man so etwas nicht kannte – oder kennt.

Und sollte dich dieser Beitrag ansprechen – und du keine Badewanne haben – fahr in eine Therme – und leg dich in einen Whirlpool – einfach nur ent.spannen – und genießen – ich würd dort jetzt nicht das Ritual mit der unterbrochenen Hinbewegung machen, weil dabei fließen immer Tränen – was vielleicht in der Öffentlichkeit nicht so gut kommt 😉

Bild von Tuấn Võ auf Pixabay

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