Emotionale Befindlichkeiten

Ich beginne mal am Beginn – also meiner persönlichen Geschichte in Bezug auf emotionale Befindlichkeiten – wobei – sagen wir lieber – am Beginn dessen, wo ich mich erinnern kann – was für die ersten 14 Jahre meines Lebens nicht zutrifft.

Dachte ich früher, es hängt mit dem überraschenden Unfalltod meines Bruders zusammen, den ich vergöttert hatte – und der auch irgendwie meine einzige wirkliche BezugsPerson gewesen sein dürfte in meiner Kindheit – wurde ich im Laufe der Zeit dann eines Besseren – oder auch Schlechteren – belehrt.

Zu den Fakten – meine Mutter war mit meinem Vater in 2. Ehe verheiratet – und hatte aus 1. Ehe zwei Söhne mitgebracht – einer war 7 Jahre älter als ich – der andere 11 Jahre. Der Ältere zerstritt sich mit meiner Mutter anlässlich seiner Heirat – und es wurde ab dem Zeitpunkt nicht mehr über ihn gesprochen – ich war damals grad mal 7 oder 8 Jahre alt.

Also blieb nur der andere weiterhin in der Wohnung – und in meinem Leben – bis zu seinem Tod, als ich 13 war. Ich weiß nicht, wie es früher war – ab diesem Zeitpunkt verkroch sich meine Mutter immer mehr in ihre eigene Welt – die sie auch kund tat – ob man es hören wollte – oder auch nicht – damals schämte ich mich für ihre ständige Lügerei.

An meinen Vater erinnere ich mich eigentlich nur immer an irgendwelche Abschiede, wenn er mal wieder monatelang auf Expeditionen fuhr – und wir nie wussten, ob er wieder zurück käme – das heißt, es war immer ein Abschied für immer – wurde mir aber auch erst viel später bewusst.

Naja, und da waren dann auch noch einige Ungereimtheiten – warum mich meine Mutter abtreiben wollte, obwohl sich mein Vater so sehr einen Sohn gewünscht hätte – und es damals noch kein Ultraschall und so gab – sie also nicht wissen konnte, dass ich ein Mädchen war und bin.

Und warum sie einer Freundin erzählte, dass ihr Schwiegervater immer wieder betonte, sie solle sich nicht so anstellen, es bleibe ja alles in der Familie. Und die Aussage einer Astrologin, die mir mal ein KarmaHoroskop machte und meinte, dass es zwischen meinem 6. und 8. Lebensjahr – und zwischen 13. und 15 Lebensjahr – sexuellen Mißbrauch seitens meines Vaters gegeben habe.

Wie auch immer – das sind nur Gerüchte – weiß ich vom „hören sagen“ – weil Erinnerung an die ersten Jahre habe ich ja nicht – von daher kommen wir zu dem, was ich weiß – und bewusst erlebt und wahrgenommen habe.

Oder wechseln wir mal zu einem anderen Thema – ich habe – gemäß Human Design – ein offenes EmotionalZentrum – das bedeutet, dass ich – so allein für mich – ein eher cooler und nüchterner – und auch sachlicher – Mensch bin – und das kann ich bestätigen, da ich seit 2008 alleine lebe – und seit Ende 2018 jetzt auch nicht täglich von ArbeitskollegInnen beeinflusst werde.

Meine Eltern hatten beide ein definiertes EmoionalZentrum, was bedeutet, dass ich jahrelang von ihnen konditioniert wurde – in Bezug auf Emotionen – und ich ging ja nachdem Ende meiner 1. Ehe auch wieder zurück, das bedeutet, ich war noch einige Zeit länger dem ausgesetzt.

Was noch Fakt ist, dass Menschen mit offenem EmotionalZentrum ein großes Thema haben – wir sind extremst harmoniesüchtig – immer darauf bedacht, keinen vermeidbaren Konflikt herauf zu beschwören – ich habe also jahrzehntelang irgendwie meine ganzen Emotionen in mich rein gefressen – und eine ganz dicke emotionale Mauer um mich aufgebaut.

Aber ich war relativ zufrieden – und es ging mir auch gut – ich legte zwar Gewicht zu – aber ich ging damals davon aus, dass es damit zu tun hatte, dass ich in 2. Ehe ein ziemlich ruhiges und beschauliches Leben führte. Da auch mein Mann ein offenes EmotionalZentrum hatte – und natürlich auch noch hat – und wir uns das auch nicht irgendwie verbanden, lebten wir ein friedliches Miteinander.

Es gab keine großen Auf’s und Ab’s – keine emotionalen Achterbahnen – im Gegensatz zu meiner 1. Ehe, in der die Konditionierung seitens meiner Eltern noch ziemlich stark war – und eine Art zusätzliches traumatisches Erlebnis meine emotionale Mauer noch verdichtete – es war die Ruhe nach – und auch vor – dem Sturm.

Ende des vorigen Jahrtausends begann ich dann intensiver mit PersönlichkeitsEntWicklung – und kam irgendwie auch auf die Idee, meine emotionale Mauern ein zu reissen – was ich dann auch Anfang dieses Jahrtausends tat – damit beginnend, dass ich immer wieder als Repräsentatnin bei Familienaufstellungen mit dabei war – und dabei eben auch wieder in Rollen stand, die teilweise stark emotional waren.

Auch meine eigenen Aufstellungen brachten immer wieder Emotionen hoch – und ließen die Mauern Stück für Stück zerbröckeln – woraufhin ich auch nachhaltig ins Schleudern geriet, weil ich es nicht mehr gewöhnt war, mit den emotionalen Befindlichkeiten meiner Umwelt klar zu kommen.

Ich gönnte mirs auch HardCore, indem ich in Umschulungsmaßnahmen tätig wurde – großteils mit Langzeitarbeitslosen – Erwachsenen, aber auch Jugendliche – deren Emotionen ich einige Jahre lang dann wieder ungefiltert an mich ran ließ.

Damals kannte ich Human Design noch nicht – kam also mit meinen StimmungsSchwankungen auch nicht wirklich klar – weil ich sie mir nicht erklären konnte – warum ich manchmal komplett unemotional war – und dann wieder in irgendwelche Zustände kippte – achja, mein 3. Ex hatte auch ein offenes EmotionalZentrum – und es blieb auch in der Interaktion offen.

2007 lernte ich dann Human Design kennen – und erfuhr auch mehr über mein offenes EmotionalZentrum – wo ich seither damit experimentierte – und auch im Coaching mit anderen Menschen einiges bewirken konnte – alleine durch diesen einen Aspekt = unserer emotionalen Befindlichkeit.

Noch kurz als Ergänzung – Menschen mit definiertem EmotionalZentrum haben ihre eigene emotionale Welle – von Geburt an – manchmal sind die Schwankungen höher und/oder tiefer – manchmal flacher – aber es ist im Prinzip immer die gleiche Welle.

Und wir, die wir das Zentrum offen haben – springen fallweise auf diese Welle auf – und fallen manchmal hochkant wieder runter – begeben uns fallweise in einen emotionale Achterbahn der heftigsten Art.

Oftmals ist es in „gemischten“ Beziehungen – also wenn eine Person das EmotionalZentrum offen – und die andere es definiert hat – so, dass der Eindruck entsteht, dass die Person mit dem offenen Zentrum weniger emotional bei der Sache wäre – oder ist – was auch irgendwie stimmt, weil wir eben nicht diese Welle haben – daher re.agieren wir auch nie so heftig – in keinerlei emotionale richtung.

Das „passiert“ jetzt nicht nur mit und bei PartnerInnen und/oder FamilienMitgliedern, sondern auch mit ArbeitskollegInnen und allen anderen Menschen, die uns über einen längeren Zeitraum nahe sind – also wirklich räumlich nahe.

Ich hatte es auch in meinem letzten Job – dadurch, dass ich mich auf unsere Teilnehmer konzentrierte – in Bezug darauf, nicht in ihre Emotionen zu kippen – kippte ich fallweise in die Emotionalität einer Kollegin hinein – die immer bei den Besprechungen mit dabei war – damit ich nicht ausraste – aber in Wirklichkeit wäre ich ohne sie nie so emotional geworden – das wurde mir aber auch erst so richtig bewusst, seit ich in Pension bin – weil jetzt sind diese Phasen komplett weg.

Mir waren mit diesem Beitrag 2 Dinge wichtig.

  • Einerseits auf zu zeigen, dass wir unterschiedlich emotional geprägt sind – also gemäß Human Design eben ein offenes oder definiertes EmotionalZentrum haben – was auch komplett anders re.agiert.
  • Andererseits auch auf zu zeigen, dass ein unkontrolliertes Einreissen von emotioanlen Mauern auch zu einer emotionalen Achterbahn – inkl. Schleudertrauma – führen kann.

Von daher – rückblickend betrachtet – liebe ich mein offenes EmotionalZentrum – und ich bin auch froh, diese Mauern nieder gerissen zu haben – auch, wenn ich mich noch immer nicht an meine ersten 14 Jahre erinnern kann – aber ich möchte es nicht mehr missen, wieder ganz bei mir zu sein – mit allen emotionalen Befindlichkeiten, die zu mir gehören – und die ich mir fallweise auch bewusst irgendwo „hole“ – wenn mir danach ist 😉

Bild von Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay auf Pixabay


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